Erkrankungen der Schilddrüse und Nebenschilddrüse im Stoffwechsel

Erkrankungen der Schilddrüse und Nebenschilddrüse können den Stoffwechsel erheblich beeinflussen. Eine frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung sind entscheidend für das Wohlbefindens.


Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse im vorderen Halsbereich und produziert die Hormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Diese Hormone steuern den Energiehaushalt, die Körpertemperatur, den Herzrhythmus und viele Stoffwechselvorgänge. Eine ausgewogene Jodversorgung ist wichtig, da Jod ein zentraler Bestandteil der Hormonsynthese ist. Störungen der Schilddrüsenfunktion können den gesamten Organismus beeinflussen und sollten daher frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) entsteht häufig durch Autoimmunentzündungen, Jodmangel oder nach operativen Eingriffen. Typische Symptome sind Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und trockene Haut. Laboruntersuchungen zeigen erniedrigte T3- und T4-Werte bei erhöhtem TSH-Wert. Eine regelmäßige Kontrolle der Hormonspiegel ist entscheidend, um die Dosierung anzupassen und Nebenwirkungen zu vermeiden. Die Behandlung erfolgt in der Regel durch die tägliche Einnahme eines synthetischen Hormonersatzes, um den Stoffwechsel wieder zu normalisieren.

Im Gegensatz dazu führt eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zu erhöhter Hormonproduktion. Auslöser können Autoimmunerkrankungen, gutartige Knoten oder entzündliche Prozesse sein. Betroffene klagen häufig über Gewichtsverlust, Herzrasen, Zittern und Nervosität. Laborwerte zeigen erhöhte T3- und T4-Konzentrationen bei erniedrigtem TSH. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und umfasst medikamentöse Therapien, Radiojodtherapie oder in manchen Fällen eine operative Entfernung von Schilddrüsengewebe.

Erkrankungen der Nebenschilddrüse

Die vier kleinen Nebenschilddrüsen am Hals regulieren den Kalzium- und Phosphathaushalt über das Parathormon (PTH). Eine Überfunktion (Hyperparathyreoidismus) führt zu erhöhten PTH-Spiegeln, was zu Hyperkalzämie, Muskelschwäche, Müdigkeit und Nierensteinen führen kann. Bei einer Unterfunktion (Hypoparathyreoidismus) fehlen Parathormone, was zu Calciummangel, Muskelkrämpfen und Kribbelparästhesien führt. Die Therapie umfasst eine Anpassung der Kalzium- und Vitamin-D-Zufuhr oder eine chirurgische Entfernung betroffener Nebenschilddrüsen.

Die Diagnostik von Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenerkrankungen basiert auf Blutuntersuchungen, bildgebenden Verfahren wie Ultraschall und gelegentlich Szintigraphie. Eine frühzeitige Erkennung ermöglicht eine gezielte Therapie und kann Langzeitfolgen verhindern. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Jod- und Kalziumzufuhr sowie regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind empfehlenswert, insbesondere bei familiärer Vorbelastung oder Vorerkrankungen. Apothekerinnen und Apotheker können mit Beratung zur Medikamenten-Compliance und zur Verträglichkeit von Präparaten einen wichtigen Beitrag zur Therapieunterstützung leisten.

Nutzen Sie auch unsere Stammkundenkarte

News

Nächtliches Asthma: Was tun?
Nächtliches Asthma: Was tun?

Hustenanfälle im Schlaf lindern

Nächtliche Hustenanfälle sind für Asthma-Patienten besonders belastend. Lässt sich der potenzielle Auslöser herausfinden, können die Beschwerden aber gelindert werden.   mehr

Atropin bei Kurzsichtigkeit?
Atropin bei Kurzsichtigkeit?

Neue Therapien sparen Dioptrien

Immerhin 30 % der deutschen Bevölkerung leidet inzwischen unter Kurzsichtigkeit (Myopie). Diese beginnt meist in der Kindheit, verschlechtert sich aber bis zum Erwachsenenalter immer weiter. Neue Therapieansätze versprechen nun, das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit zu stoppen.   mehr

Die Angst als ständiger Begleiter
Die Angst als ständiger Begleiter

Angststörungen mutig überwinden

Studien zufolge liegt das Risiko, im Laufe des Lebens an einer Angststörung zu erkranken, bei 14 bis 29 Prozent – damit sind Angststörungen vor Depressionen die häufigste psychische Erkrankung. Doch wie lässt sich die Angst überwinden?   mehr

Hilfe bei nächtlichen Wadenkrämpfen
Hilfe bei nächtlichen Wadenkrämpfen

Von Dehngymnastik bis Medikamente

Sie kommen ohne jede Vorwarnung und schmerzen höllisch: nächtliche Wadenkrämpfe. Treten Sie häufig auf, beeinflussen sie zudem erheblich die Schlaf- und Lebensqualität. Doch was lässt sich dagegen tun?   mehr

Frische Luft beruhigt Demenzkranke
Frische Luft beruhigt Demenzkranke

Besser als Medikamente

Wenn demente Patienten aufgebracht oder aggressiv werden, versucht man meist, sie mit Medikamenten zu beruhigen. Doch besser wirken Aktivitäten im Freien, Massagen und Musiktherapie, wie eine kanadische Metaanalyse zeigt.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Apotheke am Hackenbruch
Inhaberin Astrid Petzinna
Telefon 0211/21 94 53
Fax 0211/21 94 45
E-Mail apotheke_am_hackenbruch@t-online.de