Magnesium bei Wadenkrämpfen: Sinnvoll oder nicht
Magnesium wird häufig zur Linderung von Wadenkrämpfen empfohlen, bietet aber nicht in jedem Fall einen Nutzen.
Wadenkrämpfe treten plötzlich und schmerzhaft auf und können Betroffene im Alltag einschränken. Häufig werden sie mit einer falschen Position oder muskulärer Überlastung in Verbindung gebracht. In Apotheken wird Magnesium als Hausmittel empfohlen, da der Mineralstoff an der Muskelfunktion beteiligt ist. Viele greifen deshalb zur Tablette – doch ob eine Supplementierung wirklich hilft, hängt von den individuellen Voraussetzungen ab.
Wann Magnesium sinnvoll ist
Eine gezielte Einnahme kann dann sinnvoll sein, wenn ein nachgewiesener Magnesiummangel vorliegt. Dieser tritt vor allem bei stark schwitzenden Sportlerinnen und Sportlern, älteren Menschen oder Schwangeren auf. In solchen Fällen lassen sich Muskelkrämpfe durch eine bedarfsgerechte Substitution reduzieren. Auch bei bestimmten Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder bei regelmäßiger Einnahme entwässernder Medikamente kann ein Mangel auftreten. Vor der Einnahme empfiehlt sich eine Blutuntersuchung und Beratung durch Apotheke oder Arzt.
Liegt hingegen kein Mangel vor, zeigen Studien keinen klaren Vorteil gegenüber Placebo. Chronische oder nächtliche Wadenkrämpfe ohne erkennbare Ursache sprechen nicht immer auf Magnesium an. Eine zu hohe Dosierung kann zudem zu Nebenwirkungen wie Durchfall oder Magenbeschwerden führen.
Wer vorbeugend etwas für seine Muskulatur tun möchte, kann auf eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Nüssen, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse setzen. Ausreichend Flüssigkeit und regelmäßiges Dehnen oder leichtes Ausrollen der Wadenmuskulatur unterstützen zusätzlich.
Wird Magnesium verordnet, gelten je nach Alter und Geschlecht Tagesdosen zwischen 300 und 400 mg als Richtwert. Bei Unsicherheiten oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln ist eine Beratung durch die Apothekerin oder den Apotheker hilfreich, um mögliche Risiken auszuschließen und die richtige Zubereitungsform zu wählen.
