Wechseljahre und Phytopharmaka im Überblick

Pflanzliche Arzneimittel können Frauen in den Wechseljahren mit typischen Beschwerden unterstützen.


Die Wechseljahre sind eine natürliche Lebensphase, in der der Hormonspiegel nachhaltig sinkt und oft Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Gelenkbeschwerden auftreten. Viele Betroffene suchen nach Alternativen zur klassischen Hormonersatztherapie, um Symptome zu lindern, ohne synthetische Östrogene einzunehmen. Phytopharmaka, also pflanzliche Präparate, bieten eine breite Palette an Wirkstoffen, die hormonähnlich wirken oder direkt auf das vegetative Nervensystem einwirken.

Zu den am häufigsten eingesetzten Pflanzen gehören Cimicifuga racemosa (Traubensilberkerze), Soja-Isoflavone, Rotklee und Mönchspfeffer. Die Traubensilberkerze ist besonders bei Hitzewallungen und Nachtschweiß gefragt. Soja-Isoflavone und Rotklee hingegen enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, die in ihrer Struktur Östrogenen ähneln und schwächere, aber dennoch spürbare Effekte auf das Beschwerdebild haben können. Mönchspfeffer reguliert vor allem zyklusabhängige Beschwerden und kann in Kombination mit anderen Präparaten eingesetzt werden.

Wirkung und Anwendung

Phytopharmaka entfalten ihre Wirkung meist erst nach mehreren Wochen regelmäßiger Einnahme. Die empfohlene Dosierung richtet sich nach dem jeweiligen Präparat und sollte strikt eingehalten werden. In Studien zeigten Extrakte der Traubensilberkerze eine deutliche Reduktion von Hitzewallungen um bis zu 50 %. Soja-Isoflavone können zudem einen positiven Einfluss auf den Fettstoffwechsel und die Knochendichte haben. Die Verträglichkeit dieser Präparate ist generell gut, dennoch sollte eine Anwendung bei hormonabhängigen Tumoren oder schweren Lebererkrankungen mit dem Arzt oder der Apothekerin besprochen werden.

Bei der Auswahl des passenden Phytopharmakons ist eine individuelle Beratung in der Apotheke hilfreich. Dort werden mögliche Wechselwirkungen, die Dauer der Einnahme und die gewünschte Wirkstärke berücksichtigt. Wichtig ist Geduld: Spürbare Effekte stellen sich häufig erst nach vier bis acht Wochen ein. Eine kontinuierliche Einnahme, gegebenenfalls in Kombination mit einem gesunden Lebensstil, sorgt langfristig für Entlastung und mehr Lebensqualität in den Wechseljahren.

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