Wechseljahre und Phytopharmaka im Überblick
Pflanzliche Präparate können in den Wechseljahren zur Linderung typischer Beschwerden beitragen.
In der Lebensphase der Wechseljahre verändern sich Hormonspiegel und Stoffwechsel. Viele Frauen leiden unter Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Gelenkbeschwerden. Phytopharmaka, also pflanzliche Arzneimittel, bieten eine sanfte Alternative zur klassischen Hormontherapie. Sie setzen auf spezifische Pflanzenextrakte, die auf natürliche Weise regulierend auf den Hormonhaushalt und das Nervensystem wirken können.
Black Cohosh
Der Extrakt aus der Wurzel der Kriechenden Traubensilberkerze (Black Cohosh) zählt zu den bekanntesten Phytopharmaka. Er wird traditionell gegen Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche eingesetzt. Studien deuten darauf hin, dass die Inhaltsstoffe an Rezeptoren im zentralen Nervensystem andocken und so den Temperaturregelkreis positiv beeinflussen. Zur Wirksamkeit und Sicherheit liegen inzwischen mehrere klinische Untersuchungen vor. Die Anwendung erfolgt meist als standardized Trockenextrakt in Kapselform.
Isoflavone aus Soja und Rotklee
Soja- und Rotkleeextrakte enthalten Isoflavone, die strukturell ähnlich den Östrogenen sind. Sie können rezeptorabhängig mild östrogene Effekte entfalten und so Gelenkbeschwerden lindern oder den Knochenstoffwechsel unterstützen. Während Soja-Isoflavone häufig in Tablettenform angeboten werden, finden sich Rotklee-Extrakte auch in Kombination mit anderen Heilpflanzen. Eine regelmäßige Einnahme über mehrere Monate ist empfehlenswert, um spürbare Effekte zu erzielen.
Sage und weitere Extrakte
Salbeiextrakt wirkt vor allem bei starkem Schwitzen und kann das subjektive Hitzeempfinden reduzieren. Daneben werden Himbeerblätter, Mönchspfeffer oder Traubensilberkerze in Kombination eingesetzt, um den Hormonhaushalt auszubalancieren. Die pflanzlichen Präparate sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich – von Dragees über Tropfen bis zu Teeauflagen.
Vor der Einnahme sollte eine individuelle Beratung in der Apotheke erfolgen, um Wechselwirkungen und Kontraindikationen auszuschließen. Eine begleitende Lebensstiloptimierung mit ausgewogener Ernährung, moderater Bewegung und Stressmanagement kann die Wirkung der Phytopharmaka zusätzlich unterstützen.
