Hautpflege bei Neurodermitis: Basistherapie & Wirkstoffe
Eine konsequente Hautpflege ist zentral, um Neurodermitis-Schübe zu verringern und das Hautbarriere-System zu stabilisieren.
Neurodermitis (atopische Dermatitis) zeigt sich durch trockenes, spannendes und oftmals juckendes Hautbild. Unterlaufen entzündliche Schübe, können Quaddeln oder Krusten auftreten. Ziel der Basistherapie ist, die Haut dauerhaft mit Feuchtigkeit und Lipiden zu versorgen sowie Reizfaktoren zu minimieren. Begleitend hilft das Meiden von aggressiven Seifen oder parfümierten Cremes, um Irritationen zu reduzieren und die natürliche Schutzfunktion der Epidermis zu erhalten.
Regelmäßiges Eincremen, idealerweise zweimal täglich, stellt den Kern der Basispflege dar. Nach dem Baden oder Duschen sollten rückfettende Präparate innerhalb kurzer Zeit großflächig aufgetragen werden, solange die Haut noch leicht feucht ist. Auf diese Weise werden Feuchtigkeit und Hautfette gebunden, die Barrierefunktion gestärkt und das Eindringen von Allergenen sowie Mikroorganismen erschwert. Auch bei beschwerdefreien Phasen empfiehlt sich eine fortlaufende Pflege.
Wirkstoffe und ihre Wirkung
In der Basistherapie bewähren sich drei Wirkstoffgruppen: Emollientien, Okklusiva und Keratolytika. Emollientien (z. B. Glycerin, Panthenol) fördern die Wasserbindung in der Hornschicht. Okklusiva (z. B. pflanzliche Öle, Dimethicone) legen einen leichten Film auf die Haut und verringern den transepidermalen Wasserverlust. Keratolytika (z. B. Harnstoff/Urea) lösen Überverhornungen und glätten raue Bereiche. Eine Kombination dieser Substanzen optimiert die Barriereaktivität und mindert den Juckreiz.
Zusätzlich können Ceramide gezielt die Lipidzusammensetzung der Haut rekonstruieren und entzündliche Prozesse bremsen. Phospholipide helfen, die Hautstruktur zu stabilisieren. Antioxidative Inhaltsstoffe wie Vitamin E schützen vor freien Radikalen. Bei Kindern und Erwachsenen sind Hautverträglichkeitstests empfehlenswert, um Unverträglichkeiten frühzeitig zu erkennen.
Für die Anwendung gilt: dünn und großflächig auftragen, sanft verreiben und kurz einwirken lassen. Körperwärme fördert die Aufnahme. Hand- und Fußpflege nicht vergessen, da häufig auch dort Risse und Schrunden entstehen. In hartnäckigen Fällen oder bei starken Entzündungen kann eine Rücksprache mit Apotheker oder Hautarzt sinnvoll sein, um individuelle Therapiebausteine zu besprechen und gegebenenfalls rezeptpflichtige Präparate zu ergänzen.
