Reisekrankheit vorbeugen und lindern
Reisekrankheit entsteht oft durch eine Diskrepanz zwischen Bewegungsempfindungen und Wahrnehmung und lässt sich mit gezielten Strategien vermeiden.
Reisekrankheit, oft auch Kinetose genannt, tritt bei Autofahrten, Schiffsreisen oder Flugreisen auf und äußert sich in Übelkeit, Schwindel und kaltem Schweiß. Ursache ist eine widersprüchliche Informationslage zwischen Auge, Gleichgewichtsorganen und Bewegungssensoren. Entscheidend für die Vorbeugung ist eine rechtzeitige Planung der Reise und die Wahl möglichst ruhiger Sitzplätze weiter vorne oder in der Mitte des Transportmittels.
Medikamentöse Hilfe
Zur Behandlung stehen klassisch Antihistaminika wie Dimenhydrinat oder Meclozin zur Verfügung. Sie wirken beruhigend auf das Gleichgewichtsorgan und sollten etwa 30 bis 60 Minuten vor Reiseantritt eingenommen werden. Auch Scopolaminpflaster können bei längeren Fahrten eingesetzt werden und verhindern die Signalübertragung im Gleichgewichtsorgan. Bei der Anwendung ist auf mögliche Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit oder Mundtrockenheit zu achten. Individuelle Beratung in der Apotheke hilft, die richtige Dosierung und den passenden Wirkstoff auszuwählen.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen
Ein klarer Blick auf den Horizont kann das Zusammenwirken von visuellen und vestibulären Reizen fördern und Übelkeit lindern. Frische Luft und regelmäßige Pausen tragen zur Entspannung bei. Akupressur-Armbänder üben Druck auf den Nei-Kuan-Punkt (P6) am Unterarm aus und können Beschwerden bei einigen Reisenden reduzieren. Ingwer als Tee oder Kapseln wirkt natürlich antiemetisch. Leichte, fettarme Mahlzeiten und ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützen zusätzlich den Wohlfühlfaktor.
Bei Kindern und Schwangeren ist besondere Vorsicht geboten. Nicht alle Medikamente sind freigegeben, sodass hier vorrangig nicht-medikamentöse Methoden oder spezifische Präparate für diese Personengruppen empfohlen werden. Ältere Menschen profitieren von langsamerer Reisegeschwindigkeit und häufiger Bewegungspausen.
Eine Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen bietet in vielen Fällen den besten Schutz. Rechtzeitige Einnahme, sinnvolle Sitzplatzwahl und ergänzende Hausmittel können Reisekrankheit wirksam verhindern. Bei anhaltenden oder sehr starken Symptomen steht die persönliche Beratung in der Apotheke am Hackenbruch in Düsseldorf zur Verfügung.
